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Finanzmarktaufsicht nimmt Kryptowährungen unter die Lupe
Ist der Bitcoin gar nicht so schmutzig? 
Kryptowährungen wie der Bitcoin haben keinen besonders guten Ruf. Dazu tragen sicher die starken Wertschwankungen bei, aber auch wiederholte Berichte über die Nutzung der anonymen Transfermöglichkeiten durch Kriminelle.

Dabei zeigen aktuelle Studien ein differenzierteres Bild. So sollen in 2019 lediglich ca. 1 % aller Transaktionen mit Bitcoin in Verbindung mit Kriminalität gestanden haben – allerdings stand dahinter ein Wert von über 3,5 Milliarden Dollar und es war gegenüber dem Vorjahr eine Verdoppelung zu beobachten. In 2020 seien es laut der Studie von Chainalysis sogar weniger als 0,5 % aller Transaktionen gewesen, mit einem Wert jedoch von 10 Milliarden Dollar.  

Das zeigt zum einen die rasante Verbreitung der Kryptowährung, die gerade in den letzten 6 Monaten auch zu einer rasanten Kursentwicklung geführt hat – so stieg der Wert eines Bitcoin von rund 10 Tsd. USD im Sommer letzten Jahres auf aktuell über 50 Tsd. USD. 

Da bleibt es nicht aus, dass auch Geldwäscher den Bitcoin für sich zu nutzen versuchen. Allerdings funktioniert dies längst nicht so einfach, wie manche Berichte über illegale Drogen- und Waffenkäufe gegen Bitcoin im Darknet glauben machen. Denn auch wenn der Erwerb von Bitcoin vielerorts anonym möglich ist, sind die einzelnen Transaktionen in der sog. Blockchain grundsätzlich öffentlich für alle Nutzer nachvollziehbar.  

Innerhalb der EU gibt es inzwischen eine starke Regulierung des Handels mit Kryptowährungen, dabei war Deutschland sogar der Vorreiter. Das hilft den Behörden, verdächtige Transaktionen zu beobachten und zu analysieren und Missbrauch zu verhindern. Wer bei einem deutschen Anbieter von Kryptowährungen ein Konto eröffnet, muss sich ausweisen und seine Personalien angeben. Und spätestens beim Rücktausch der Bitcoin in „richtiges“ Geld wie Euro oder USD muss ein Bankkonto vorliegen, über das die Empfänger identifiziert werden können.  

Trotzdem gibt es die schwarzen Schafe, ob sie nun den Bitcoin nutzen, um Anleger mittels sog. Schneeballsysteme über den Tisch zu ziehen – eine gerade von der organisierten Kriminalität gerne genutzte Methode wie der letzte Lagebericht des BKA zur Wirtschaftskriminalität zeigte. Oder ob es um die immer wieder berichtete Erpressung von Unternehmen mittels Schadsoftware geht, bei der i.d.R. auch eine Zahlung in Bitcoin gefordert wird, um die blockierten Daten wieder freizugeben. Allerdings helfen die so erworbenen Bitcoin den Kriminellen nur bedingt, denn eine Auszahlung erfordert wiederum eine Aufgabe der Anonymität. 

Es gibt zwar auch andere Studien, die von einem höheren Anteil krimineller Transaktionen bei Bitcoins ausgehen, das zeigt, dass die Abgrenzung gerade auch aufgrund der Anonymität der Transaktionen (es wird nur eine virtuelle Nummer der „Geldbörse“ gespeichert, nicht der Besitzer des Wallet) schwierig ist. Und Transaktionen zwischen privaten Nutzern sind auch nicht so einfach nachzuvollziehen. Da der Einsatz des Bitcoin offensichtlich deutlich zunimmt, gehen Experten davon aus, dass die Anzahl der Nutzung von Kryptowährungen für schmutzige Geschäfte ebenfalls noch zunehmen wird. Aber gemessen am geschätzten Gesamtvolumen der Geldwäsche von bis zu Billiarden (!) Dollar pro Jahr weltweit ist der Anteil des Bitcoin trotz allem sehr gering. Da dürfte die unlimitierte Nutzung von Bargeld zumindest in Deutschland das größere Problem sein. 

Das Hauptproblem liegt insofern darin, dass – wie bei allen Regeln – sich nicht alle Staaten weltweit an diese halten. Solange es Länder z.B. im asiatischen Raum gibt, wo eine Auszahlung von Bitcoin ohne Identifikation des Empfängers möglich ist, bleibt eine Lücke, die von Kriminellen genutzt werden kann. Dies gilt aber für Steueroasen und Offshore-Konten gleichermaßen und ist kein generisches Problem der Kryptowährung. Und die Schlupflöcher für einen Missbrauch werden zunehmend enger. 



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