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Kundenbezogene Maßnahmen

Know-Your-Customer
Know-Your-Customer: Hierzu gehört vor allem, den Vertragspartner anhand geeigneter Ausweisdokumente zu identifizieren. Dabei kommt es nicht nur auf die formale Stellung Ihres Vertragspartners an. Vielmehr muss auch der eigentliche wirtschaftlich Berechtigte ermittelt werden (z.B. wenn der Käufer für jemanden Dritten handelt, der im Hintergrund bleiben möchte). Zudem müssen Sie Informationen einholen, zu welchem Zweck die Geschäftsbeziehung erfolgen soll. Das ist dann wichtig, wenn dies nicht offensichtlich ist, sich also nicht bereits aus der Geschäftsbeziehung ergibt.
Die Überprüfung des Vertragspartners muß grundsätzlich in folgenden Fällen erfüllt werden:
  • bei der Begründung einer Geschäftsbeziehung,
  • bei einer Transaktion im Wert von 15.000 Euro oder mehr (auch in Einzeltranchen). Je nach Verpflichteten wird dann unterschieden, ob die Transaktion mit Bargeld bezahlt wird oder nicht. Bei Bartransaktionen gilt ein Schwellenwert von 10.000 Euro.
  • wenn Sie den Verdacht haben, das Geschäft könnte in Zusammenhang mit einer Straft stehen,
  • wenn Sie Zweifel an den Angaben Ihres Vertragspartners zu seiner Identität haben.
Hinweis
Bitte beachten Sie, dass Sie eine Geschäftsbeziehung nicht begründen oder fortsetzen dürfen, wenn Sie ihre Sorgfaltspflicht (Know-Your-Customer) nicht erfüllen können. Sie sind dann sogar dazu verpflichtet, eine bestehende Geschäftsbeziehung zu kündigen bzw. zu beenden (§ 10 Abs. 9 GwG). Die bestehende Geschäftsbeziehung dürfen Sie nur dann ausnahmsweise fortsetzen, wenn eine Beendigung unverhältnismäßig wäre. Dies sind jedoch Ausnahmen und diese müssen von Ihnen selbst geprüft werden. Dies erfordert eine Interessenabwägung zwischen ihrem wirtschaftlichen Interesse an der Fortsetzung der Geschäftsbeziehung und dem Geldwäsche- bzw. Terrorismusfinanzierungsrisiko im Einzelfall. Nur wenn diese Abwägung (die im Zweifel vom Gericht überprüft wird) zugunsten der Fortsetzung Ihrer Geschäftsbeziehung ausfällt, darf die Geschäftsbeziehung fortgesetzt werden, Dies gilt jedoch nicht, wenn die Sorgfaltspflichtverletzung nachhaltig und andauernd ist.

Praxistipp:

Bestätigte Identifizierungs-
verfahren nach der eIDAS-Verordnung

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